Teaserbild Ottenhoefen

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Naturerlebnis "Karlsruher Grat"

Wandergruppe am Karlsruher Grat

Wanderer am Karlsruher Grat

Karlsruher Grat - Pause auf den Felskuppen


Alpine Gefühle kommen im Schwarzwald nur selten auf. Das beschauliche Mittelgebirge besticht im Allgemeinen eher durch sanfte Wiesen, Wälder und Hügel. Aber es gibt sie auch hier die Stellen, an denen vor allem gutes Schuhwerk, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt sind.

Eines der schönsten Gebiete dieser Art ist der Karlsruher Grat bei Ottenhöfen, der es mit Hochgebirgs-Klettersteigen durchaus aufnehmen kann und durch die Verbindung mit den wildromantischen Edelfrauengrab-Wasserfällen des nahen Gottschlägtals als Ausflugsziel noch zusätzlich an Reiz gewinnt.



Hier geht's zum Wandertipp: Wanderung Edelfrauengrab-Wasserfälle/Karlsruher Grat


Wissenswertes zum „Karlsruher Grat"

Geologisch gesehen ist der Karlsruher Grat - dessen Gewannname „Eichhaldenfirst" ist - ein Quarzporphyr-Rücken, der im Erdaltertum vor rund 270 Millionen Jahren entstand, als Magma in eine vier Kilometer lange und rund 750 Meter tiefe Gesteinsspalte eindrang und erkaltete. Durch Erosion des umgebenden Gesteins wurde der widerstandsfähigere, härtere Porphyr als markanter Grat herausgebildet. An manchen Stellen lassen sich heute noch die Fließspuren am Grat entdecken.

Daran denkt man freilich kaum mehr, wenn man erst einmal oben steht: Denn hier überwältigt vor allem der Ausblick auf das tiefe Gottschlägtal und die Schwarzwaldhöhen zwischen Hornisgrinde und Schliffkopf. Und dann bietet ja auch das Terrain gewisse Herausforderungen.

Berücksichtigen sollte man allerdings immer auch, dass der Karlsruher Grat zusammen mit dem Gottschlägtal seit 1975 ein 154 ha großes Naturschutzgebiet bildet, welches von einer Höhe von ca. 400 m bis auf 850 m ü. M. reicht. Besonders die waldfreien Felsbereiche und die trockenen Geröllhalden stellen wertvolle Biotope dar, die vielen gefährdeten Pflanzen einen Lebensraum bieten. Der Name „Karlsruher Grat" geht wahrscheinlich darauf zurück, dass der Eichhaldenfirst vor rund 100 Jahren ein beliebtes Ausflugsziel von Wandervereinen aus der damaligen badischen Landeshauptstadt Karlsruhe war.

Im Gebiet des Karlsruher Grates und des Gottschlägtals wachsen, bedingt durch die gute mineralische Versorgung des Bodens und im feucht-kühlen Klima, Fichten, Tannen, Douglasien und Laubbäume. Im Bereich der Edelfrauengrab-Wasserfälle Farne und Moose.

Auf dem Grat gibt es nur wenig an Bewuchs, viele der Felsen sind von Flechten besiedelt. An den steil abfallenden Hängen dominieren im lichten Bewuchs Buchen, Eichen und Esskastanien. Ab einer Höhe von ca. 800 m Besenginster, Pfeifengras und Heidekraut.

Ab dem Frühjahr ist der Karlsruher Grat in gelbe Farbe vom seltenen Heideginster und Besenginsterbüschen getaucht. Ebenso von den weißen Blüten der Felsenbirne, Eberesche und Mehlbeere. Farbtupfer bieten bis weit in den Sommer hinein: Flockenblumen, Schafgarben, Glockenblumen, Sommerwurz und an Quellstandorten die Sumpf-Dotterblumen, Hain-Gelbweiderich und Sumpf-Veilchen.

Eine Vielzahl von Insekten suchen die sonnigen Südhänge des einmaligen Naturschutzgebietes auf: Steppengrashüpfer und vor allem Schmetterlinge. Mit etwas Glück lassen sich über dem Gottschlägtal oder den steilen Felsen Wanderfalke und Kolkrabe beobachten.