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Wussten Sie eigentlich ...

... wie eine Schwarzwälder Bauernmühle funktioniert? Hier erfahren Sie alles über diese uralte Technik:

Die Funktion dieser bäuerlichen Getreide- und Mahlmühlen beruht überall auf dem gleichen technischen Prinzip, indem das Wasser der vorhandenen Gebirgsbäche über die Wasserräder auf die Mahlwerke übertragen wird. Je nach Art der Wasserzuführung wird von einem „unter- oder oberschlächtigen Wasserrad" unterschieden. Die hiesigen Wasserräder haben einen Durchmesser von etwa vier Meter und sind mit 30 bis 35 Radschaufeln - den so genannten „Schapfen" - bestückt. 

Beim unterschlächtigen Wasserrad wird das zur Verfügung gestellte Wasser durch den so genannten „Radkropf" unten auf die Schaufeln geleitet und so das Rad in Bewegung gesetzt. Beim oberschlächtigen hingegen wird das Wasser von oben über einen hölzernen „Käner" (Holzkanal) auf die „Schapfen" geleitet.

Das somit angetriebene Rad setzt über die Welle das große Kammrad in Bewegung und überträgt so die Antriebskraft auf ein kleines Kammrad mit Transmission und Riemenscheibe. Die Kämme werden überwiegend aus dem sehr harten Apfelbaumholz hergestellt. Die Kammräder entsprechen in ihrer Art den heutigen Zahnrädern.

Der Antrieb des Mahlwerks erfolgt dadurch, dass die waagrechte Drehbewegung der Welle über die Kammräder, die Transmission und einen Ledertreibriemen auf die senkrechte Achse des Mahlwerkes mit Mühlstein übertragen wird. Bei einer anderen Antriebsart kann durch besondere Kammräder auf die Verwendung einer Transmission verzichtet werden.

Das Mahlwerk verfügt über zwei, im Achertal fast ausschließlich aus Sandstein hergestellte Mühlsteine, wobei nur der obere - der so genannte „Läufer" mit einem Gewicht von 5 - 6 Zentnern - in Bewegung gesetzt wird, während der untere festliegt. In der Müllersprache wird der 6 - 8 Zentner schwere untere Mühlstein deshalb „Fauler" oder „Faulpelz" genannt.

Nachdem das Mahlwerk in Gang gesetzt und der Mühlstein in Bewegung ist, wird das Mahlgut oben in den großen Trichter, auch „Trübel" genannt, geschüttet, von dem es über den „Rüttler" in den unteren Teil des Mahlwerkes zwischen die beiden Mühlsteine gelangt. Ein so genannter Klöppel regelt das einlaufende Getreide und erzeugt dadurch das typische „Klappern" der Mühle.


Anschließend werden die Getreidekörner zwischen den beiden entsprechend bearbeiteten Mühlsteinen zerrieben. Das zerkleinerte und zerriebene Mahlgut fällt dann durch ein sich drehendes Sieb in den Mehlkasten. Die hauptsächlich aus den Körnerhülsen bestehende Kleie wird ausgesiebt und durch den „Kleiekotzer" ausgeschieden und als Viehfutter verwendet. Das Mahlgut selbst muss insgesamt acht Mal gemahlen werden, ehe es als Mehl verwendet werden konnte.